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Eltern haften für den Mehrbedarf ihres minderjährigen Kindes jeweils anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen.

BGH, Beschluss vom 10.07.2013, XII ZB 298/12

Die Eltern leben getrennt voneinander. Der 16-jährige Sohn der Beteiligten lebt bei seinem Vater.

Wegen seiner Lese-Rechtsschreib-Schwäche ist es erforderlich, dass sich der Sohn einer LRS-Therapie unterzieht.

Die Kosten hierfür macht der Vater für seinen Sohn als sogenannten Mehrbedarf des Kindes geltend.
Um den anderen Elternteil zur Zahlung auf den Mehrbedarf heranziehen zu können, müssen für die Inanspruchnahme eines privaten Lehrinstitutes gewichtige Gründe vorliegen.

Erst dann erscheint es gerechtfertigt, die dadurch verursachten Mehrkosten auch zu Lasten des nicht betreuenden Elternteils als angemessene Kosten der Ausbildung anzuerkennen.

Hier hatte das Kind bereits öffentliche Förderungsmaßnahmen zur Behebung seiner LRS-Schwäche ohne besonderen Erfolg durchlaufen, so dass aus diesem Grunde die Inanspruchnahme eines privaten Lehrinstituts für gerechtfertigt gehalten wurde.
Die Beteiligung der Eltern an dem berechtigten Mehrbedarf richtet sich nach den Einkommensverhältnissen der Eltern.

Es ist vor der Gegenüberstellung der beiderseitigen unterhaltsrelevanten Einkünfte generell ein Sockelbetrag in Höhe des angemessenen Selbstbehaltes heranzuziehen.